Schulfach „Lebenskompetenz"
Samstag, 23. Mai 2009

Wie Eltern aus ihrer Verantwortung entlassen werden

Wenn es darum geht, den Schulen neue Aufgaben aufzubürden, sind Politiker nicht kleinlich. Die Saar-SPD will jetzt im Falle eines Wahlsiegs das Schulfach „Lebenskompetenz" einführen.  Junge Menschen sollen „lernen, auch in schwierigen Situationen positiv zu denken, neue Perspektiven zu suchen und Enttäuschungen auszuhalten".

Alles schön und gut. Doch die Schulen werden nicht begeistert sein. Sie sehen sich immer mehr in der Rolle des Lückenbüßers für unfähige und überforderte Eltern. Zu der Vermittlung von Fachwissen kommen in rasantem Tempo neue Aufgaben hinzu: Erziehung zum mündigen Bürger, Sexualaufklärung, Gewaltprävention, Verkehrserziehung, Benimmunterricht usw.
Ganz selbstverständlich und immer eindringlicher wird den Schulen die Verpflichtung zur Erziehung auferlegt. Schulen bemühen sich redlich und mit unterschiedlichem Erfolg, dieser Rolle gerecht zu werden, doch es ist nicht ihre originäre Aufgabe. Zudem fehlen entsprechende Qualifikationen, finanzielle Mittel und Zeit.
Daher sollte man sich endlich wieder fragen, ob es richtig ist, die Eltern glauben zu machen, dass sie sich aus ihrer erzieherischen Verantwortung zurückziehen können.

Arno Malburg