| GEW will echte Reform des G8 statt Flickschusterei |
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| Mittwoch, 9. Mai 2007 | |
Nach Ansicht des Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Klaus Kessler kommt die kurzfristige Streichung von 40 Wochenstunden im G8-Lehrplan zwar den Schülern zugute, habe aber nichts mit einer grundsätzlichen Überarbeitung der Lehrpläne zu tun.Kessler: "Wir brauchen eine Gesamtreform des G 8-Gymnasiums und keine simple Rasur der Lehrpläne." Ansonsten bestehe die Gefahr, dass das Abitur an Qualität verliere, die Studierfähigkeit der Schüler gefährdet sei und dringend notwendige Kompetenzstandards für die allgemeine Hochschulreife nicht erreicht würden.Durch das spontane Vorgehen des Ministers sieht sich die GEW in ihrer Kritik an der vorschnellen und unzureichenden Einführung des G 8 bestätigt. Die GEW fordert eine komplette Reform des G 8 unter Einbezug der Unter- und Mittelstufe, damit Lehrpläne, Qualität und Leistung sowie die Belastung von Schülern und Lehrkräften wieder in ein vernünftiges Verhältnis gesetzt werden. Sie verweist zudem auf den stark gestiegenen Stress von Schülern wie Lehrern, den Rückgang außerunterrichtlicher Aktivitäten und den gestiegenen Nachhilfebedarf. Die Zahl der Nachhilfeinstitute im Saarland ist laut GEW-Angaben seit Einführung des G 8 um 25 % gestiegen. In der Schule fehle die Zeit zum Üben und Wiederholen, langsamer lernende Schüler blieben auf der Strecke, was wiederum zu einer Erhöhung der Schulabbrecherquote führe. Zur Verbesserung der Situation fordert die GEW eine deutliche Verkleinerung der Klassen und Kurse, die Einrichtung von Förderstunden sowie eine grundlegende Überarbeitung der Lehrpläne und Stundentafeln, damit eine bessere Rhythmisierung des Unterrichtes und Verteilung der Unterrichtsstunden auf den Vor- und Nachmittag erfolgen könne. Ziel müsse es sein, auch die Gymnasien zu echten Ganztagsschulen umzuwandeln, damit mehr Zeit für Bildung und Erziehung bleibt und der Unterricht stärker individualisiert werden kann. Schließlich befürchtet Klaus Kessler, dass die zum neuen Schuljahr angekündigte Reform der Gymnasialen Oberstufe Saar (GOS) die Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrkräfte noch zusätzlich belasten werde und an den Schulen ein Organisationschaos auszubrechen drohe. Wörtlich sagte der GEW-Chef: „Das G 8 ist schon vorschnell eingeführt worden. Die neue gymnasiale Oberstufe soll offensichtlich genauso schnell durchgedrückt werden wie das G 8. Und wieder einmal sind es unsere Schüler, die auf dem Experimentierfeld von Profilpolitikern zu leiden haben. Leider führt die späte Einsicht des Ministers bei den Lehrplänen des G 8 nicht zu der frühen Erkenntnis, gerade zum jetzigen Zeitpunkt die Oberstufenreform einmal ruhen zu lassen und erst später durchzuführen." Die GEW fordert eine Verschiebung der GOS um mindestens ein Jahr. {moscomment} |
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