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SPD sieht eklatanten Lehrermangel an saarländischen Schulen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 1. März 2007

„Den saarländischen Schulen steht ein eklatanter Lehrermangel bevor.“ Das erklären die SPD-Landtagsabgeordneten, Reiner Braun und Peter Gillo, mit Bezug auf offizielle Zahlen des statistischen Landesamtes.

Laut Bericht über die Abschlussprüfung an den Hochschulen des Saarlandes im Prüfungsjahr 2005 (herausgegeben im Februar 2007) ist die Zahl der Hochschulabsolventen mit erfolgreich bestandener Lehramtsprüfung in den letzten fünf Jahren um insgesamt 40 % gesunken. Da die Schülerzahlen zwar in den Grundschulen deutlich zurückgegangen seien, der weiterführende Schulbereich aber noch auf Jahre hinaus eine hohe Schülerzahl zu versorgen habe, steuere das Saarland auf eine bildungsarme Zukunft zu. Der Lehrermangel, so Braun, betreffe grundsätzlich alle Schulformen und fast alle Fächer. Am schlimmsten sei die Situation in den mathematisch/naturwissenschaftlichen Fächern. Für den Bereich der Realschule haben im Jahr 2005 gerade einmal zwei Lehrer die Prüfung in Mathematik, einer in Chemie und kein einziger in Physik gemacht. Für die Berufsschulen habe es im Jahr 2005 im Bereich Elektrotechnik keinen einzigen, im Fach Chemie einen, im Bereich Mathematik/Physik einen und in der Metalltechnik gerade einmal vier Absolventen gegeben.

„Die Lehrerbedarfsplanung von Kultusminister Schreier ist chaotisch!“, so Gillo. Schon seit Jahren hätte der Minister für die Aufnahme eines Lehramtsstudiums insbesondere in den mathematisch/naturwissenschaftlichen Fächern werben müssen. Die Versäumnisse des Ministers müssten nun die Schülerinnen und Schüler sowie die Schulen ausbaden. Unterrichtsausfall und
fachfremder Unterricht in einem nicht mehr vertretbaren Ausmaß seien die Folge. In den nächsten Jahren drohe die Qualität des Unterrichts an saarländischen Schulen noch deutlich schlechter zu werden als bisher.

PISAAR-Kommentar

Der Nachwuchsmangel hat sicherlich auch etwas mit dem Image der saarländischen Schulpolitik zu tun. Befristete Verträge, eine schlechte Eingangsbesoldung für Junglehrer(innen), miserable schulische Bedingungen und unzureichende Aufstiegschancen: sowas spricht sich halt rum. Wer will denn schon sein Lehrerstudium im Saarland absolvieren, wenn er nicht vorhat, sich im Saarland zu bewerben?

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