Startseite arrow Schule u. Ausbildung arrow Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss wieder gestiegen
Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss wieder gestiegen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 11. Februar 2007

Die Zahl der saarländischen Schüler, die keinen Hauptschulabschluss schaffen, ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen und liegt nun bei 8,6 Prozent (Bundesdurchschnitt: 8,15%). 

Im Jahre 2005 betrug der Anteil noch 7,9%. Demnach stieg die Quote von 939 auf 1023 Schüler ohne Abschluss. Vom Kultusministerium gab es zu diesen Zahlen noch keine Stellungnahme. Stattdessen rechtfertigte die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Saar-Landtag, Gisela Rink (CDU), die neuerlichen Angaben des statistischen Bundesamtes. Sie sprach von "jahrgangsbedingten Schwankungen" und verwies auf mehrere Programme, die die Landesregierung für lernschwache Schüler eingerichtet habe.

Als Beispiele nannte Rink den im Schuljahr 2000/2001 eingeführten berufsorientierten Schultag, bei dem Schüler der neunten Klasse an einem Tag in der Woche an einem Praktikum teilnehmen, oder den Modellversuch Praxisklasse. Bei diesem ist der Unterricht in den Kernfächern eingeschränkt, und die Schüler verbringen die verbleibende Zeit in Betrieben.

PISAAR-Kommentar

Die hohe Zahl der Schüler ohne Schulabschluss ist eine Bankrotterklärung staatlicher Bildung. Halbherzige, viel zu spät einsetzende Maßnahmen, ändern die Situation kaum. Eine Umkehr des Trends ist nur möglich über grundlegende strukturelle Änderungen im Bildungssystem. Doch darüber wird in den Bundesländern noch nicht einmal hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Das dreigliedrige Schulsystem mit der verfrühten Aufteilung der Kinder nach dem 10. Lebensjahr in die weiterführenden Schulen schafft gewissermaßen den Nährboden für das Schulversagen. Deutschland ist das einzige Land, das sich sowas noch leistet. Mangelnde Förderung, unsinnige Lehrpläne, überalterte Lehrer und zu große Klassen tun ihr Übriges.

{moscomment} 

 
< zurück   weiter >