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Schreier stellt kleinere Klassen an Gymnasien in Aussicht PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 21. Januar 2007

Kultusminister Schreier hat im Zuge der Einführung der Oberstufenreform für die Gymnasien im Saarland kleinere Klassen in Aussicht gestellt.

Durch die Abiturreform mit einer Konzentration auf die Kernfächer und den damit verbundenen  geringeren Wahlmöglichkeiten würden in der Oberstufe Lehrer eingespart, die dann in der Mittel- und Unterstufe (Klassen 5 bis 10) zusätzlich eingesetzt werden könnten. So lautet die offizielle Begründung. Die bundesweit besonders schlechte Schüler-Lehrer-Quote dürfte jedoch den plötzlichen Sinneswandel beschleunigt haben.

Die Klassengrößen an Gymnasien liegen im Saarland bei bis zu 35 Schülern. Derzeit hat lediglich Berlin eine noch schlechtere Lehrer-Schüler-Relation. Diese unhaltbare Situation hat in der Vergangenheit immer wieder zu Protesten geführt. Zuletzt hatte der Chef der Landeselternvertretung, Joachim Klesen, eine Verringerung der Klassengrößen angemahnt. Insbesondere durch die Einführung von G8 sei es unabdingbar, mehr Freiräume für die individuelle Förderung der Schüler zu schaffen.

PISAAR-Kommentar

Die Verringerung der Klassenstärken an Gymnasien ist ein längst fälliger Schritt. Mindestens genauso notwendig wäre diese Maßnahme allerdings auch für die Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen, denn dort ist der Anteil an verhaltensauffälligen Schülern wesentlich größer als an den Gymnasien. Klassengrößen von mehr als 25 Kindern wirken sich dort u.U. verheerend aus.

Es bleibt nun abzuwarten, ob Schreiers Ankündigung auch konkrete Schritte folgen. Er müsste also schon zum nächsten Schuljahr die Klassenbildungsverordnung ändern und dort die festgelegten Schülermindestzahlen reduzieren. Bis jetzt haben wir es allerdings lediglich mit vagen Versprechen zu tun. Es muss hier daran erinnert werden, dass kleinere Lerneinheiten schon in Verbindung mit den gesunkenen Schülerzahlen versprochen wurden. Auch dieses Versprechen hat Herr Schreier bis jetzt nicht eingehalten.

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