| Gute Vorsätze: Zahl der Schulabbrecher soll verringert werden |
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| Montag, 1. Januar 2007 | |
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In Deutschland bekommen derzeit rund zehn Prozent aller Schüler eines Jahrgangs keinen Schulabschluss. Mit einer „Offensive für den Bildungsaufstieg" will Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) die Zahl der Schulabbrecher in den nächsten fünf Jahren auf die Hälfte reduzieren.
Das Vorhaben solle gemeinsam mit den Bundesländern verwirklicht werden, ohne Einfluss auf deren Bildungshoheit, wie die Ministerin betonte. Skepsis im Saarland Im Saarland hat diese Ankündigung keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Alle bundesweiten Bildungsinitiativen werden von den Ländern zunächst einmal argwöhnisch betrachtet. Denn die Geschenke vom Bund könnten ja mit Verpflichtungen verknüpft sein, z.B. in Form von Folgekosten, die nach dem Auslaufen der Förderung am Land hängen bleiben. So hieß es dann im saarländischen Kultusministerium nur, man müsse prüfen, ob die Bundesinitiative mit den eigenen Plänen „kompatibel" sei. Gemeint ist das von Kultusminister Schreier im August des vergangenen Jahres angekündigte Projekt „Du schaffst das!" mit dem ehrgeizigen Ziel, allen Schülern zu einem Abschluss zu verhelfen. Diese saarländische Lösung sieht vor, ab dem Schuljahr 2007/2008 an fünf Schulen in sozialen Brennpunkten in den Klassenstufen 7 bis 9 „Reformklassen" zu bilden, in denen mit zwei Lehrern und einem Schoolworker fächerübergreifend gelernt werden soll. Im Saarland liegt die Zahl der Schulabbrecher ohne Abschluss bei 8,1 Prozent (889 Schüler in 2006). PISAAR-KommentarWenn im Saarland fast ein Drittel aller Hauptschüler die Schule ohne Abschluss verlassen, sind die verantwortlichen Politker im Zugzwang. Denn hier konkretisiert sich die PISA-Feststellung, wonach nirgendwo der Bildungserfolg so sehr von der sozialen Herkunft abhängt wie in Deutschland. 90 Prozent der Schulabbrecher stammen aus sozialschwachen Verhältnissen bzw. Familien mit Migrantionshintergrund. Zudem dürfte sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass Schulversager enorme Kosten verursachen durch aufwändige Nachqualifizierungen und Unterstützungs- bzw. Wiedereingliederungsleistungen. Wenn Bundesregierung und Länder diesem Missstand entgegenwirken wollen, kann dies nur begrüßt werden. Die bis jetzt geplanten Maßnahmen sind allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Fünf unterstützte Pilotschulen im Saarland von insgesamt 70 erweiterten Realschulen und Gesamtschulen sind sicherlich zu wenig. Der ausschließliche Bezug auf die Klassen 7 bis 9 greift zu kurz, die Reform müsste schon viel früher ansetzen.
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