| 8-jähriges Gymnasium unzumutbar |
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| Donnerstag, 30. November 2006 | |
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Das 8-jährige Gymnasium (G8) erweist sich immer mehr als unzumutbar für alle Beteiligten. Diesen Umstand machten der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Landeselterninitiative für Bildung e.V. in einer gemeinsamen Presserklärung deutlich. Viele Eltern im Saarland sorgten sich wegen einer unzureichenden Schulbildung sowie schlechterer Zukunftschancen ihrer Kinder. Es bleibe weniger Zeit für außerschulischen Sport, Musisch-Kulturelles und Hobbys. Die Zahl der Kinder steige, die Nachhilfe aufsuchen, die das Gymnasium verlassen und zu den Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen wechseln. Kinderpsychologen meldeten ein Ansteigen ihrer Patienten aus dem G 8. Besonders kritisch sei in diesem Jahr die Situation der fast 3.000 Kinder in den 10. Klassen im Saarland, die als erste in die Oberstufe eingetreten sind und dort auf die 11. Klasse des neunjährigen Gymnasiums treffen. Sie müssen mit einem Jahr weniger Unterricht im Jahr 2009 dasselbe Abitur packen und mit doppelt so vielen um die Studien- und Ausbildungsplätze konkurrieren. Die Landeselterninitiative für Bildung befürchtet daher eine Verletzung des Rechts auf Gleichbehandlung wegen gravierender Benachteiligungen. Zudem verschlechtere das achtjährige Gymnasium die Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer. Schulen seien nicht in erster Linie „Wissensfabriken“, deren Qualität primär an quantitativ zählbaren Testpunkten gemessen und durch Druck auf die Lehrenden und Lernenden gesteigert werden könne. Hier die vollständig Presseerklärung von GEW und Landeselterninitiative zum Download (pdf-Datei) PISAAR-KommentarMan kann sich gewiss darüber streiten, ob nach 8 oder 9 Jahren Abitur gemacht werden soll. Wenn eine Landesregierung sich allerdings zum Vorreiter für das Abitur in 8 Jahren macht, sollte sie zumindest in der Lage sein, diesem Auftrag auch gerecht zu werden. Doch davon sind wir im Saarland weit entfernt. Mit der Verkürzung auf 8 Jahre müsste eine entsprechende zusätzliche Förderung und eine Verringerung der Klassen- und Kursgrößen einhergehen. Da dem jedoch nicht so ist, bleibt G8 nichts anderes als eine reine Sparmaßnahme, die auf dem Rücken der schwächeren und benachteiligten Kinder ausgetragen wird. Nach 8 Jahren hat das Land einen kompletten Jahrgang gespart. Das dürfte der wahre Beweggrund für G8 gewesen sein. |
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