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Grundschulreferendare werden ausgebeutet PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 17. August 2006

Angehende Grundschullehrer werden im Saarland zunehmend ausgebeutet.
Die Pflichtstundenzahl für eigenverantwortlichen Unterricht wurde nun per Erlass des Kultusministeriums kurzerhand von 16 auf 20 Wochenstunden hochgeschraubt.
 



Die Grundschulreferendare sollen laut einem Rundschreiben aus dem Kultusministerium zusätzlich zu den bisher zu erteilenden 14 Wochenstunden eigenverantwortlichem Unterricht noch 6 Wochenstunden Ausbildungsunterrichts in der Sekundarstufe I, das heißt an Erweiterten Realschulen oder Gesamtschulen absolvieren. Bisher mussten die Referendare lediglich 2 Unterrichtswochenstunden im Sekundarbereich I unterrichten, um auf die insgesamt vorgeschriebenen 16 Stunden pro Woche Ausbildungsunterricht zu kommen. Das ist eine Mehrbelastung von 4 Stunden und bedeutet eine weitere Verschlechterung der Ausbildungssituation.

Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) handelt es sich außerdem um einen klaren Verstoß gegen die Ausbildungsordnung, die lediglich 16 Stunden vorsieht. GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler bezeichnete die Erhöhung als einen Skandal. Die Referendare müssten gewissermaßen zum Abbau der Stellen beitragen, die sie selbst brauchen. Kessler wies auch darauf hin, dass immer mehr Lehramtsbewerber dem Saarland den Rücken kehren und in andere Bundesländer abwandern. Die Erhöhung des Unterrichteinsatzes zieht es außerdem nach sich, dass die Referendare zwischen bis zu vier Schul-Standorten  hin und her pendeln müssen. Das ist stundenplantechnisch sehr problematisch, erhöht den psychischen Druck auf die angehenden Lehrkräfte und ist ohne Auto nicht zu schaffen.

 
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