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Vom Wiegen und Messen PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 6. Dezember 2006

Schulen werden geprüft

Das saarländische Kultusministerium hat sich dazu entschlossen, künftig alle Schulen einer „strengen Qualitätsprüfung" zu unterziehen. In einer einjährigen Testphase sollen zunächst 17 saarländische Grundschulen überprüft werden, danach alle weiterführenden Schulen.

Nach Art eines Qualitätsmanagements werden so genannte Fachleute (ehemalige Schulleiter) die Schulen mindestens alle drei Jahre besuchen, den Unterricht beobachten und Gespräche mit Schulleitung, Lehrern und Eltern führen. Sie erheben Daten (Klassengrößen, Versetzungsquoten, Unterrichtsangebot, Schulausstattung, Förderangebote usw.) und fertigen einen Abschlussbericht für Schule und Kultusministerium. Daraus sollen dann „konkrete Empfehlungen" zur Verbesserung des Bildungsangebots der Schule abgeleitet werden können.

PISAAR-Kommentar

Angesichts des immer mehr zunehmenden öffentlichen Drucks gegen die miserable Bildungspolitik des Saarlandes, soll mit den angekündigten Prüfungen guter Wille gezeigt werden. Tatsächlich handelt es sich wiederum nur um eine gezielte Täuschung der Öffentlichkeit. Denn schon jetzt steht fest, dass aus den gewonnenen Untersuchungserkenntnissen keinerlei finanzielle Konsequenzen abgeleitet werden: die Überprüfungen dürfen keine Mehrkosten nach sich ziehen! Diesen Aufwand kann man sich somit wirklich sparen, zumal das, was den Schulen fehlt, allgemein bekannt ist: Die Klassen und Kurse sind zu groß, es gibt zu wenig Lehrer (vor allem junge) und zu wenig Fördermöglichkeiten. Um an diesem Zustand etwas zu ändern, muss in das Bildungssystem zusätzlich investiert werden. Dazu ist man im Saarland trotz der permanent steigenden Zahl von schwierigen Schülern nicht bereit. Auch wird entgegen früherer Bekundungen die zurückgehende Schülerzahl nicht dazu genutzt, die Höchstgrenzen für die Klassen- und Kursstärken zu reduzieren.

Stattdessen verlegt man sich in alter Manier aufs Wiegen und Messen.

Diese „Qualitätsprüfung" wird den gebeutelten Schulen eines jedoch sicherlich bringen: eine ganze Menge an zusätzlichem Aufwand und Arbeit für deren Durchführung.

 
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