| Abitur wird schwieriger |
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| Sonntag, 26. November 2006 | |
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Das Abitur wird bald deutlich schwieriger. Oberstufenschüler müssen ab 2010 fünf statt vier Abiturprüfungen absolvieren. Die Wahlmöglichkeit der Prüfungsfächer wird eingeschränkt und konzentriert sich künftig hauptsächlich auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache.
Die Oberstufenreform wird nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz auch im Saarland eingeführt und soll bis zum Jahre 2013 von allen Bundesländern umgesetzt werden. Erstmalig betroffen ist bei uns der jetzige Jahrgang 9. Kultusminister Schreier betonte, dass nicht geplant sei, das bisherige Kurssystem abzuschaffen. Es gehe lediglich um eine Verlagerung von der bisherigen "hohen Spezialisierung" hin zu mehr Allgemeinbildung. Die dadurch zu erwartenden Einsparungen an Lehrerstunden sollen als zusätzliche Ressourcen bei den Schulen verbleiben. Neu in den Stundenplan aufgenommen wird ein sogenanntes Seminarfach (2 Stunden), in dem die Schüler wissenschaftliches Arbeiten lernen sollen. Insgesamt erhöht sich in den Oberstufen-Klassen 12 und 13 die Wochenstundenzahl auf 34 Stunden. Der Umfang des Lernstoffs in den jeweiligen Fächern solle aber gleich bleiben. Näheres kann aus einer Übersicht zur geplanten Oberstufen-Reform (pdf-Datei) entnommen werden, die das Bildungsministerium bereitstellt. PISAAR-KommentarDiese Reform wird unser größtes PISA-Problem, die Chancenungleich, eher noch verstärken. Sie trifft insbesondere Kinder mit besonderen Begabungen, die daraus resultierende Leistungen künftig nur noch erschwert in das Abitur einbringen können. An dieser Stelle sollte auch angemerkt werden, dass das Saarland mit 21,4 Prozent Abiturquote pro Jahrgang beim letzten PISA-Ländervergleich am schlechtesten abgeschnitten hat. Mit den erhöhten Anforderungen sollte daher eine entsprechende Förderung einhergehen. Durch die Konzentration auf wenige Fächer ist zudem eine Erhöhung der Kursgrößen zu befürchten. Die entstehenden Einsparungen sollten deshalb dazu verwendet werden, die maximale Kursgröße (29 Schüler) deutlich zu senken. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass sich die Länder gemeinsam auf eine Reform einigen, wenn dabei nichts gespart werden kann. {moscomment} |
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