Würden Sie im Saarland einer großen Koalition zustimmen?
Wer SPD oder CDU wählt, wählt noch lange nicht die große Koalition. Bei der letzten Bundestagswahl wurde darüber nicht lange nachgedacht. CDU/CSU und SPD gaben sich ziemlich schnell das Ja-Wort, um zu verhindern, dass die Linke an der Regierung beteiligt wird. Ob die Wähler dies so wollten, danach hat niemand gefragt. Nun wird es ja im Saarland wahrscheinlich nach der Landtagswahl am 30. August zu einer ähnlichen Situation kommen. Wählerinnen und Wähler der beiden großen Volksparteien CDU und SPD müssen damit rechnen, dass es auch im Saarland zur großen Koalition kommt. Im Gegensatz zu den Parteien fragen wir deshalb nach, ob Sie das auch wirklich wollen ....
 
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GEW: Regierungserklärung löst keine zentralen Probleme PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 11. September 2008
kessler100Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saar, sieht in der Regierungserklärung von Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer lediglich „Reparaturmaßnahmen statt Reformen“. Aus GEW-Sicht bleiben auch nach der Regierungserklärung zentrale Probleme des saarländischen Bildungswesens ungelöst. Dazu zählen die soziale Auslese im Bildungssystem durch die frühe Aufteilung der Kinder nach der Grundschulzeit in die verschiedenen Schulformen und Bildungsgänge, die übergroßen Klassen an den Gesamtschulen und Gymnasien sowie die völlig unzureichende Lehrerversorgung an den Schulen des Saarlandes.

Positiv und als Erfolg gewerkschaftlicher Aktivitäten bewertet die GEW die Bereitstellung von 110 zusätzlichen Stellen für den Bereich der Beruflichen Schulen bis zum Jahr 2012 und die Erhöhung der Durchlässigkeit der Erweiterten Realschulen durch Einrichtung eines Kurssystems vergleichbar dem an Gesamtschulen. Dazu GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler: „Die CDU-Landesregierung gibt dem gewerkschaftlichen Druck und dem der Eltern zunehmend nach, indem sie versucht, Fehlentwicklungen in den einzelnen Schulformen zu reparieren. Diese Reparaturen ersetzen allerdings keine Reform. Das sture Festhalten am gegliederten Schulsystem aus rein ideologischen Gründen kann im internationalen Vergleich nur noch Kopfschütteln hervorrufen. Die Verbesserungen im Bereich der Erweiterte Realschulen, die unter einem Schülerrückgang und Imageverlust zu leiden haben, begrüßen wir. Sie dürfen allerdings nicht auf Kosten der seit Jahren bewährten Gesamtschulen durchgeführt werden. Nach wie vor haben die Gesamtschulen landesweit die größten Klassen mit durchschnittlich 29,3 Schülerinnen und Schüler, ebenso sind die durchschnittlichen Klassengrößen an den Gymnasien mit 27,3 Schülern viel zu hoch. Hierzu hat die Ministerin keine Verbesserungen zugesagt. Ein Grundproblem in der saarländischen Schullandschaft ist die Versorgung mit qualifiziertem Lehrpersonal schlechthin. Hier rächen sich die Sünden der Vergangenheit und der Gegenwart: nicht alle Lehrerinnen und Lehrer bekommen im Saarland nach ihrer Ausbildung eine unbefristete Stelle. Deshalb sind viele bereits in der Vergangenheit in andere Bundesländer abgewandert. Ebenso fehlen in den Studienseminaren zusätzliche Ausbildungsplätze, um den Lehramtsstudierenden nach ihrem Studium ohne Zeitverzögerung eine Ausbildung zu garantieren. Die Ursachen für den Lehrermangel im Saarland sind hausgemacht und weiterer Unterrichtsausfall infolge fehlendem Lehrpersonal ist vorprogrammiert. Auf diese Problematik ist die Ministerin bedauerlicherweise überhaupt nicht eingegangen.“

Die GEW fordert abschließend die Kultusministerin dazu auf, im Bereich der Personalausstattung, der Klassengröße und Förderstundenzuweisung alle Schulen gerecht zu behandeln. Aus GEW-Sicht heißt das, dass Schulen, die in einem sozialen Brennpunkt und schwierigen Umfeld liegen, eine bessere Personalausstattung und mehr Förderstunden erhalten müssen als andere Schulen.


 
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