Regierungserklärung zur Bildungspolitik soll ein Jahr vor der Wahl alles richten
Die Regierungserklärung von Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zur künftigen saarländischen Bildungspolitik fand ein überwiegend positives Echo. Sie beinhaltet zwar keine grundlegende Änderung des umstrittenen dreigliedrigen saarländischen Bildungssystems, setzt jedoch in Teilbereichen Akzente zum Positiven.
Schulbuchausleihe soll Eltern finanziell entlasten
Nachdem das Saarland erst kürzlich wieder in die Kritik geraten war,
weil Eltern hierzulande kaum von den hohen Bücherkosten entlastet
werden, sollen Schulbücher nun gegen eine Gebühr (30 bis 60 Euro pro
Schuljahr) ausgeliehen werden können. Die Landesregierung will die
Anschaffung der Bücher weitgehend finanzieren, erwartet jedoch eine
Beteilgung der kommunalen Schulträger. "Wenn alle an einem Strang
ziehen", so die Ministerin, könnte das Ausleihsystem zum kommenden
Schuljahr eingeführt werden.
Mehr Abiturienten angestrebt
Nicht zuetzt wegen der nicht abreißenden Kritik an G8, dem Abitur nach
8 Jahren, werden nun verstärkt Alternativen ausgebaut, die nach neun
Jahren zum Abitur führen. Durch ein Verbundsystem sollen alle
Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen verpflichtet werden, mit
einem Gymnasium oder einer Schule mit Oberstufe zusammenzuarbeiten.
Dorthin kann dann nach Klasse 10 gewechselt werden, wenn die Noten
stimmen. Beim Wechsel an das Gymnasium (mit G8) muss dann allerdings
die 10. Klasse wiederholt werden. Gleichzeitig sollen die beruflichen
Gymnasien zu eigenständigen Schulen mit eigener Schulleitung
umfunktioniert werden. Damit werden sie erkennbar als Schulen
ausgewiesen, an denen man ebenfalls die allgemeine Hochschulereife
erlangen kann. Verwaltungstechnisch bleiben die beruflichen Gymnasien
weiterhin den Berufsbildungszentren zugeordnet.
Mehr Lehrerstellen an Berufsschulen
Nach Bekanntwerden der immens hohen Unterrichtsausfälle an den
Berufsschulen (1800 Stunden pro Woche) verspricht Ministerin
Kramp-Karrenbauer hier eine deutliche Austockung des Lehrerpersonals um
insgesamt 110 Stellen bis zum Jahre 2012. In 2009 ist eine erste
Anhebung um 40 Stellen vorgesehen, in den nächsten beiden Jahren dann
jeweils 30 und in 2012 dann nochmals 10 Stellen.
Die vollständige Regierungserklärung hier als PISAAR-Download: Regierungserklärung zur Bildungspolitik
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