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GEW kritisiert hohe Zahl von Schulabbrechern am Gymnasium (G8) PDF Drucken E-Mail
Montag, 4. August 2008
gew_logoDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat festgestellt, dass in den letzten 6 Jahren mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler jährlich das Gymnasium als Schulabbrecher verlassen und als so genannte „Rückläufer“ an die Gesamtschulen und Erweiterten Realschulen wechseln.

Allein schon die vom Kultusministerium statistisch erfassten Zahlen der Schulartwechsler vom Gymnasium an andere weiterführende Schulen bewegten sich in den Jahren 2002 bis 2007 zwischen 701 und 896 Schülerinnen und Schülern, was einem Durchschnittswert von 810 Schulabbrechern jährlich entspricht. Hinzu kommen die Schülerinnen und Schüler, die im Verlaufe eines Schuljahres die Klassenstufe 5 bis 10 des Gymnasiums vorzeitig verlassen und nicht weiter statistisch erfasst werden. Nach Berechnungen der GEW sind dies mindestens weitere 200 bis 300 Schülerinnen und Schüler, sodass davon auszugehen ist, dass jährlich deutlich mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler als so genannte „Schulabbrecher“ das G8-Gymnasium verlassen.

Für den Landesvorsitzenden der GEW, Klaus Kessler, ist diese hohe Zahl ein Armutszeugnis für die saarländische Bildungspolitik, die nicht in ausreichendem Maße dafür Sorge trage, dass es auch am Gymnasium nicht zu gescheiterten Schulkarrieren kommt. Hierfür verantwortlich sieht Klaus Kessler in erster Linie die überhastete Einführung des G8 und die zu wenig vorhandene Zeit und unzulängliche Fördermöglichkeiten zum vertieftem Üben des Lernstoffes. Kessler: „Wir brauchen auch am Gymnasium dringend mehr Förderstunden, kleinere Klassen und eine bessere Schüler-Lehrer-Relation, damit langsamer lernende Kinder auch hier eine Chance haben. Des Weiteren muss die Praxis des Sitzenbleibens, die im Grunde nicht viel bringt, neu überdacht werden. Hier fordern wir anstelle des Sitzenbleibens am Gymnasium die Einführung von verbindlichem Förderunterricht für Schülerinnen und Schülern mit Lern- und Leistungsrückständen.“

Die GEW fordert Kultusministerin Kramp-Karrenbauer dazu auf, das Gymnasium im Saarland pädagogisch zu reformieren, damit anstelle von Selektionsmaßnahmen Fördermaßnahmen durchgeführt werden können, um die hohe Zahl der Schulabbrecher zu senken.


 
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