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Bildungsbericht 2008: Beschämende Ergebnisse |
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Sonntag, 15. Juni 2008 |
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Der von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Auftrag gegebene Bildungsbericht 2008 enthält im Wesentlichen die Schwachpunkte, die dem deutschen Bildungssystem schon seit
Jahren angekreidet werden.
- Zuviele Schüler sind immer noch ohne Schulabschluss. In 2006 waren es 7,6 Prozent eines Altersjahrgangs (insgesamt 76 000).
- Die Hauptschule bietet keine Perspektive. Nur 43 Prozent der Hauptschüler finden in den ersten sechs Monaten nach Schulende eine qualifizierende Ausbildung. Die anderen
drehen „Warteschleifen" oder machen Zusatzkurse. In der Regel ohne Erfolg: auch 30 Monate nach Schulende sind immer noch 40 Prozent der Hauptschüler nicht in eine Berufsausbildung vermittelt.
- Es gibt in Deutschland nach wie vor zu wenige Studenten. Die Studeinanfängerquote ist seit 2003 (39 Prozent) sogar wieder rückläufig (37 Prozent in 2007). Damit
liegen wir weit hinter Ländern wie beispielsweise Schweden (76 %), Finnland (73 %), USA (64 %).
- Die Bereitschaft zur Weiterbildung stagniert. Firmen schränken ihre Weiterbildungsangebote ein. Es gibt eine Diskrepanz zwischen der immer wieder erhobenen Forderung nach
lebenslangem Lernen und der tatsächlichen Weiterbildungsbeteiligung.
- Es fehlt an allen Ecken an qualifiziertem Personal. Allein für den Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige werden bis zu 80 000 zusätzliche Fachkräfte
benötigt. An den Schulen ist jeder zweite Lehrer älter als 50. In den nächsten 15 Jahren geht etwa die Hälfte der heutigen Lehrkräfte in Pension. Jetzt schon fehlen Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften.
- Der Anteil der Bildungsausgaben in den Bundesländern ist rückläufig. Er sank, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1995 und 2006 von 6,9 auf 6,2 Prozent. Damit liegt Deutschland unter dem Schnitt der Industriestaaten. Die Bildungsausgaben
sind nicht proportional zum Wirtschaftswachstum gestiegen.
- Verschwindend gering ist der Anteil der Übergänger von der Berufsaufbildung an die Hochschulen (1% der Zulassungen an Universitäten und 2% im Fachhochschulbereich).
- Äußerst schwerwiegend ist nach wie vor die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund: Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, so
die Studie, sind selbst bei gleichem Sozialstatus seltener auf dem Gymnasium und häufiger in den niedriger qualifizierenden Schularten. Ausländische Jugendliche verlassen doppelt so häufig wie deutsche eine
allgemeinbildende Schule, ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erreichen, während deutsche dreimal so häufig die Hochschulreife erwerben. Während Jugendliche ohne Migrationshintergrund schon nach drei Monaten
zur Hälfte bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz der dualen Ausbildung erfolgreich waren, erreichten Jugendliche mit Migrationshintergrund eine vergleichbare Vermittlungsquote erst nach 17 Monaten. Entsprechend sind
allein schon 60% ausländische Jugendliche im Übergangssystem zu finden, deutsche zu 40%. Die Unterschiede haben sich im letzten Jahrzehnt vergrößert.

Bildungsbericht 2008 (Kurzfassung)
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