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OECD-Wirtschaftsbericht fordert bildungspolitische Konsequenzen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. April 2008
OECDDer jüngste Wirtschaftsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) enthält eine ganze Reihe  bildungspolitischer Vorschläge, die schon seit Jahren in Deutschland angemahnt werden. Neu ist allerdings, dass diese bildungspolitischen Forderungen eindeutig in Zusammenhang stehen mit den Zielen eines hohen Wirtschaftswachstums.

So wird beispielsweise eine Abkehr vom "stark gegliederten Bildungssystem" in Deutschland vorgeschlagen. Die Länder sollten sich darauf verständigen, Kinder nicht schon mit zehn Jahren, sondern zu einem späteren Zeitpunkt in die weiterführenden Schulen aufzuteilen. Diese Forderung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit unserem größten Problem: In keinem anderen Land hängt der Bildungserfolg so stark von der Herkunft ab wie in Deutschland. In der Studie ist die Rede von dem "starken Effekt, den der sozioökonomische und/oder Migrationshintergrund auf die Bildungsergebnisse ausübt".

Ein besonders großer Standortnachteil im Vergleich zu den anderen OECD-Mitgliedsstaaten ist der geringe Anteil an Absolventen so genannter tertiärer Bildungsgänge (Hochschulstudium). In der Altersgruppe 25-34 Jahre besitzen in Deutschland nur 22% einen Tertiärabschluss, im Vergleich zu einem OECD-Durchschnitt von 32%. Empfohlen wird eine bessere finanzielle Autonomie der Hochschulen, die es ermögliche, ihre Studiengänge den "Ansprüchen hochqualifizierter Berufsanfänger schneller anzupassen".

Der Bericht schlägt weiterhin vor, die notwendigen Schritte einzuleiten, damit mehr Kinder aus sozial schwachen Familien den Kindergarten besuchen und das auch schon zu einem früheren Zeitpunkt. Hier soll herausgefunden werden, warum oftmals Eltern mit niedrigem Bildungsniveau ein sehr geringes Interesse an frühkindlicher Bildung zeigen.

iconOECD Wirtschaftsbericht 2008 (Zusammenfassung und Empfehlungen)

 
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