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Nachhilfe-Boom in der Kritik PDF Drucken E-Mail
Freitag, 28. März 2008
Der Kampf mit den HausaufgabenDie rasante Zunahme an Nachhilfe-Einrichtungen hat erneut zu heftiger Kritik am staatlichen Bildungssystem geführt. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist die Zahl der Nachhilfe-Institute im Saarland inzwischen auf 115 angewachsen. Das entspricht einer Erhöhung seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent. Hinzu kommen unzählige private Nachhilfestunden durch Lehrer, Studenten oder Oberstufen-Schüler. Gleichzeitig wächst von Jahr zu Jahr der Trend zu den Privatschulen.

Das saarländischen Bildungsministerium bestätigt zwar diese Zahlen, ein Zusammenhang zwischen der zunehmende Nachhilfe und Mängeln im Schulsystem wird jedoch bestritten. Es gebe, so ein Ministeriumssprecher, an allen Schulformen ausreichend Förderunterricht. Mehr sei finanziell nicht zu machen.

Der saarländische GEW-Vorsitzende Klaus Kessler wertet es hingegen als "bedenkliche Entwicklung", wenn der Bildungserfolg immer mehr vom Geldbeutel der Eltern abhänge. Ausweg aus diesem Dilemma ist für Kessler die Schaffung von echten Ganztagsschulen mit einem klar durchdachten pädagogischen Konzept und einer gezielten Hausaufgabenbetreuung, wo für alle die Unterrichtsinhalte noch einmal wiederholt und vertieft werden können.

Heftige Kritik kommt auch von Seiten der Grünen, die u.a. das umstrittene G8 für diese Entwicklung mitverantwortlich machen. Nach deren Schätzungen müssen im Saarland rund 13.000 bis 20.000 Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen zum Teil erhebliche finanzielle Mittel aufbringen um "die Sparpolitik der Landesregierung im Bildungswesen mitzufinanzieren".
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Claudia Willger-Lambert erneuerte in diesem Zusammenhang ihre Forderung, 150 zusätzliche feste Lehrerstellen im Saarland zu schaffen und die Klassengrößen schulformübergreifend zu verringern.

 

 
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