| Zoff um G8: ein Scheingefecht? |
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| Dienstag, 12. Februar 2008 | |
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Das Abitur in acht Jahren, kurz G8, hat sich für die
saarländischen Parteien zum handfesten Wahlkampfthema gemausert. Und gerade
deshalb haftet der jetzigen heftigen Diskussion etwas Heuchlerisches und
Unaufrichtiges an. Sie ist ein Scheingefecht. Denn keine im Landtag vertretene
Partei (die Linke vielleicht ausgenommen) ist ernsthaft daran interessiert, G8 wieder
abzuschaffen. Der tiefere Grund für G8
Sie tun alle so, als sei G8 ursprünglich ja schon eine gute Idee
gewesen, die aber leider nur schlecht umgesetzt wurde. Auch die CDU, die das
Saarland unter dem vorigen Kultusminister Schreier zum ersten G8-Land machte,
möchte Nachbesserungen vornehmen. Wahlkampfgetöse Die anderen Parteien reiben sich die Hände, machen sich aber eher aus wahltaktischen Gründen zu den Verfechtern dieser Reformen. Fordern kostet ja nichts. So ist es beispielsweise äußerst blauäugig, um nicht zu sagen heuchlerisch, wenn SPD und Grüne jetzt flächendeckend Ganztagsschulen einklagen, um die negativen Auswirkungen von G8 zu kompensieren. Ein solche Maßnahme würde weit mehr kosten als alles, was durch die verkürzte Gymnasialzeit jemals eingespart werden kann. Und das will offensichtlich niemand. Eigenartige Politiker-Wünsche können wir zudem der etablierten Presse entnehmen: Die Eltern sollten wählen können zwischen acht- und neunjährigem Abitur. Mit Verlaub: das können sie schon jetzt. Wer sein Kind nicht dem Achtjahresstress am Gymnasium aussetzen will, kann es gleich an der Gesamtschule anmelden. Richtig peinlich wird es allerdings, wenn dann auch noch für jede Gesamtschule eine Oberstufe verlangt wird! Hier möchte ich fairerweise klarstellen, dass an den meisten saarländischen Gesamtschulen niemals genug Schüler für eine eigene Oberstufe zusammenkommen. Deshalb werden, wie beispielsweise in Neunkirchen, die infrage kommenden Schüler mehrerer Gesamtschulen in einer gemeinsamen Oberstufe zusammengefasst oder sie können an die Oberstufe eines Gymnasiums wechseln. Das Niveau und die Aufrichtigkeit der politischen Argumentation lassen leider befürchten, dass uns G8 als das erhalten bleibt, was es ist: eine Missgeburt.
Arno Malburg |
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