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Saarland beim Computereinsatz in Schulen hinten PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 5. Dezember 2007
pc_einsatz150Nur 25 Prozent der saarländischen Schüler arbeiten mehr als zwei Stunden pro Woche mit dem Computer im Unterricht. Damit liegen wir in Deutschland nach Bremen (24 Prozent) an zweitletzter Stelle. Dies geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor, die im Auftrag der Aktion "IT-Fitness" durchgeführt wurde.

Für die Studie wurden im vergangenen Monat 1001 repräsentativ ausgewählte Schüler und Schülerinnen zwischen 14 und 20 Jahren in Deutschland befragt. Danach kommen 28 Prozent der Schüler in Deutschland nach eigenen Angaben im Unterricht gar nicht mit einem Computer in Berührung. Und weitere 36 Prozent nutzen einen Rechner weniger als zwei Schulstunden pro Woche.

Besonders hoch ist der Anteil der Gymnasien (31 Prozent), Realschulen (34 Prozent) und Gesamtschulen (29 Prozent), an denen laut Schülerangaben überhaupt kein Computer-Unterricht stattfindet, während nur 13 Prozent der Berufs- und neun Prozent der Hauptschüler erklärten, in ihren Lehranstalten gebe es keine Computerkunde.

Häufiger wird der Computer in den neuen Bundesländern im Unterricht eingesetzt. In Sachsen sagten 49 Prozent der befragten Schüler, dass der Rechner mehr als zwei Stunden pro Woche zum Einsatz komme, in Mecklenburg-Vorpommern 45 Prozent. Auf dem dritten Rang landet Hamburg mit 41 Prozent. Die Schlusslichter bilden Bayern, das Saarland und Bremen.

68 Prozent der Schüler beurteilen die Computer-Kompetenz der Lehrer als "nicht gut". Junge Lehrer schneiden dabei besser ab. 66 Prozent der Pädagogen zwischen 25 und 40  Jahren erhalten gute Noten für ihre Leistung am Computer. Bei den Lehrern zwischen 40 und 50 Jahren sind es nur noch 25 Prozent, bei Über-50-Jährigen sogar nur drei Prozent.

Der geringe Einsatz der Rechner im Unterricht steht im Widerspruch zur Bedeutung, die die Schüler den Computerkenntnissen einräumen. 87 Prozent der Befragten glauben, dass IT-Kenntnisse für ihre berufliche Zukunft wichtig oder sogar sehr wichtig sein werden.

PISAAR-Kommentar

Beim Computer-Einsatz im Unterricht klafft an saarländischen Schulen immer noch eine große Lücke zwischen Anspruch und Realität. Die Politik wird nicht müde, die Bedeutung von Medienkompetenz für Schüler und Lehrer hervorzuheben. Doch die nüchterne Schulwirklichkeit sieht anders aus. Computerräume gibt es noch nicht einmal an jeder Schule, die Geräte sind nicht auf dem neuesten Stand, nur wenige Lehrkräfte kennen sich aus. Für die entsprechenden Fortbildungen bleibt keine Zeit, weil immer alles andere wichtiger ist. 

Der Stellenwert des Computer-Einsatzes in saarländischen Schulen lässt sich sehr gut am Beispiel der Gesamtschulen verdeutlichen. Dort wurde vor drei Jahren der Wahlpflichtbereich II kurzerhand vom Ministerium gestrichen. Durch die Streichung ging jedoch auch das Wahlfach Informatik verloren, das in diesem Wahlpflichtbereich angesiedelt war. Ein Ersatz ist bis heute nicht in Sicht.

 

 
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