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GEW kritisiert Einsparungen bei Lehrkräften PDF Drucken E-Mail
Montag, 20. August 2007

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, bezeichnet die Angaben des Kultusministers zur Neueinstellung von Lehrern als "unseriös".
In einer Mitteilung des Kultusministeriums zum neuen Schuljahr ist von „440 neu eingestellten Lehrern" die Rede. Diese Zahl gebe, so die GEW, keinen Aufschluss darüber, ob es sich um befristete Verträge oder unbefristete Neueinstellungen handelt.

Nach GEW-Berechnungen müsse sich fast die Hälfte der angeblich neu eingestellten Lehrkräfte mit Aushilfsverträgen begnügen, die zudem im Stundenumfang und in der Laufzeit noch stark variierten. Solche Arbeitsverträge werden gemacht um Unterrichtsvertretungen infolge von Schwangerschaften und Beurlaubungen von Lehrkräften sicherzustellen oder um kurzfristige Personalengpässe an den Schulen zu beseitigen. Damit werden keine neuen Planstellen geschaffen. Zudem spart die Landesregierung noch Geld, da Aushilfslehrkräfte im Vergleich zu Beamten deutlich schlechter bezahlt werden.
GEW-Vorsitzender Klaus Kessler wies darauf hin, dass zu diesem Schuljahr 400 Lehrkräfte in den Ruhestand getreten sind, es aber gleichzeitig nur 250 unbefristete Neueinstellungen gegeben habe. Den Schulen fehlten demnach 150 Lehrkräfte, die eingespart worden seien.

Der GEW-Vorsitzende sieht darin einen Widerspruch zu den Qualitätsversprechungen des Kultusministers. Die Einsparungen führten zu einer weiteren Verschlechterung der Lernsituation und zu einer höheren Belastung des vorhandenen Lehrpersonals. Die Einstellung von jährlich 500 neuen Lehrkräften ist nach Ansicht von Kessler notwendig, um den Anschluss an andere Bundesländer zu halten.

PISAAR-Kommentar

Das saarländische Schulsystem wird langsam aber sicher kaputt gespart. Alle notwendigen Maßnahmen, die Mehrinvestitionen erfordern, werden seit Jahren zurückgehalten bzw. verdrängt. So gab es beispielsweise schon vor zwei Jahren die Ankündigung des Kultusministeriums, die Auswirkungen des Geburtenrückgangs den Schulen zugute kommen zu lassen. Bislang Fehlanzeige.  Bei näherem Hinschauen entpuppen sich fast alle bildungspolitischen Entscheidungen als versteckte bzw. verschleierte Sparmaßnahmen. G8 führt letztlich dazu, dass nach 8 Jahren der komplette Jahrgang 13 eingespart werden kann. Auch die Grundschulschließungen sind Sparmaßnahmen, die als „Qualitätsgewinn" verkauft werden sollten. Die nun eingeführte Oberstufenreform an den Gymnasien spart ebenfalls Lehrkräfte, deren Einsatz angeblich die Mittelstufe (Klassengrößen bis 35 Schüler) entlasten soll. Aber auch darauf werden wir wohl vergeblich warten müssen ...

 
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