| "Sitzenbleiber" 2007 |
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| Sonntag, 8. Juli 2007 | |
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Etwa 3000 Schülerinnen und Schüler im Saarland haben zum Ende dieses Schuljahres das so genannte Klassenziel nicht erreicht, d.h. sie müssen die Klassenstufe wiederholen. Und wie jedes Jahr gibt es auch jetzt wieder eine heftige Diskussion über den Sinn oder Unsinn einer solchen Maßnahme.
Laut Angaben des statistischen Bundesamtes liegt die Sitzenbleiber-Quote im Saarland mit 2,9 Prozent deutlich über dem Bundessdurchschnitt (2,5 Prozent). Im Vergleich der Bundesländer steht das Saarland damit nach Darstellung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Hessen auf Rang vier der Negativ-Liste. Trotzdem behauptet Kultusminister Schreier, das Land habe bei der Verringerung der Anzahl der Wiederholer Fortschritte gemacht. Er sieht im Wiederholen einer Klasse nach wie vor "für viele Schüler eine zweite Chance". Das Sitzenbleiben generell abzuschaffen hält er für "pädagogisch falsch". Für den GEW-Landesvorsitzenden Klaus Kessler ist das Sitzenbleiben unnötig und überholt. Es führe in der Regel nicht zu einer Leistungsverbesserung. Er setzt sich für geeignete Maßnahmen ein, die frühzeitig eingesetzt das Wiederholen verhindern. Ähnlich äußert sich der Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV) Herbert Möser. Er hält zur Verringerung der Sitzenbleiber-Quote ein Unterstützungssystem für erforderlich und fordert in diesem Zusammenhang die Einstellung von mehr Lehrern. PISAAR-KommentarEs geht nicht um die Frage, ob das Sitzenbleiben abgeschafft werden soll. Vielmehr ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Ehrenrunde der Schülerin oder dem Schüler tatsächlich nützt. Was sicherlich abgeschafft werden sollte, ist dieser unselige Automatismus des Sitzenbleibens, wenn bestimmte Leistungen nicht erbracht wurden. Geht es beispielsweise darum, Lücken aufzuarbeiten, die durch längere Krankheit entstanden sind, kann sich das Wiederholen durchaus lohnen. Entscheidend ist aber immer die Arbeitshaltung des Schülers bzw. der Schülerin. Bei einer Verweigerungshaltung gegenüber den Leistungsanforderungen der Schule nützt Wiederholen nichts. Manchmal kann es aber schon ausreichen, den Schüler während des laufenden Schuljahres in eine Parallelklasse zu geben. Auf jeden Fall ist es nötig, frühzeitig die eigentlichen Ursachen des Schulversagens herauszufinden. Und dann stellt sich in den meisten Fällen heraus, dass Sitzenbleiben nichts bringt. Die gängige Versetzungspraxis wie sie im Saarland (außer an den Gesamtschulen) schon seit vielen Jahren angewendet wird, lässt den Schüler auflaufen. {moscomment} |
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